Was sich belegen lässt und was nicht
Zu Website-Preisen kursieren viele Zahlen und wenige Quellen. Belastbar sind zwei Sorten: die veröffentlichten Tarife der Baukastenanbieter und die erhobenen Stundensätze von Freelancern. Für Agenturprojekte gibt es in Deutschland keine unabhängige Preiserhebung. Was dazu im Netz steht, stammt fast immer von Agenturen selbst.
Deshalb steht in der Tabelle nur, was jemand tatsächlich veröffentlicht hat, und daneben, wer es veröffentlicht hat.
| Weg | Belegter Preisrahmen | Wer die Zahl erhebt |
|---|---|---|
| Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace) | 11 € bis 34 € im Monat für die gängigen Tarife | Tarifübersicht Tooltester, Anbieterpreise |
| Freelancer Webdesign | 33 € bis 101 € in der Stunde | Profilangaben auf freelancermap |
| IT-Freelancer insgesamt | 103 € in der Stunde im Durchschnitt | Freelancer-Kompass 2026, rund 5.400 Befragte |
| Agentur mit Team | keine unabhängige Erhebung verfügbar | niemand |
Vom Stundensatz zum Projektpreis
Eine Website wird nicht in Stunden verkauft, aber in Stunden gebaut. Wer wissen will, ob ein Angebot plausibel ist, rechnet deshalb zurück: Wie viele Arbeitsstunden stecken in dem Preis, und passt diese Zahl zu dem, was auf der Seite stehen soll?
Eine Unternehmensseite mit fünf bis acht Unterseiten, aufbereiteten Texten, sortierten Bildern, Kontaktformular, Rechtstexteinbindung und technischer Suchmaschinen-Grundausstattung ist eine Arbeit von mehreren Tagen. Rechnen Sie das gegen den Preis. Kommt dabei ein Stundenlohn heraus, für den in Deutschland niemand seriös arbeiten kann, ist entweder der Umfang kleiner als beschrieben oder die Rechnung folgt später.
Der Gegenprobe wegen: Der GWA-Frühjahrsmonitor 2026 weist für die befragten Mitgliedsagenturen eine durchschnittliche Rendite von 7,5 Prozent aus. Der Preis einer Agenturwebsite ist also ganz überwiegend bezahlte Arbeitszeit und nicht Gewinnspanne. Wer teurer ist, hat meist mehr Beteiligte, nicht mehr Marge.
Was den Unterschied im Preis macht
Fünf Punkte erklären fast die gesamte Spanne. Alles andere ist Verhandlungssache.
- Umfang: Eine Seite oder zwanzig. Jede Unterseite kostet Struktur, Text, Bilder und Prüfung.
- Texte: Selbst geliefert oder geschrieben. Das ist der Posten, der in Angeboten am häufigsten fehlt und Projekte am häufigsten aufhält.
- Bilder: Eigene Fotos, gekaufte Bilder oder ein Fotograf. Ein Fototermin kostet oft mehr als eine Unterseite.
- Individualität: Ein gekauftes Theme, das eingerichtet wird, ist schneller fertig als ein eigener Entwurf. Es sieht dann auch aus wie das gekaufte Theme.
- Funktion: Kontaktformular, Terminbuchung, Shop, Preisrechner, zweite Sprache. Jede Funktion bringt Technik, Test und Haftung mit.
Die Folgekosten, die im Angebot oft fehlen
Der Bau ist einmalig, der Betrieb nicht. Wer nur den Einmalpreis vergleicht, vergleicht die Hälfte.
- Domain und Hosting. Bei mir sind sie 12 Monate im Preis enthalten, danach rund 110 € im Jahr.
- Rechtstexte mit Aktualisierungsdienst. Das Webseiten-Paket der IT-Recht Kanzlei kostet 5,90 Euro im Monat, vergleichbare Angebote liegen im selben Bereich. Ein einmal erzeugter Text veraltet mit der nächsten Gesetzesänderung.
- Wartung und Sicherheitsupdates. Bei WordPress und ähnlichen Systemen ist das keine Kür: Eine ungepflegte Installation wird übernommen, nicht gehackt im Film-Sinne, sondern automatisiert und massenhaft.
- Inhaltspflege. Preise, Öffnungszeiten, Team, Referenzen. Eine Seite, an der zwei Jahre niemand gearbeitet hat, sieht man an.
- Barrierefreiheit. Für Websites mit Buchung, Bestellung oder Reservierung ist das seit dem 28. Juni 2025 eine gesetzliche Frage geworden.
Wo dieses Angebot einzuordnen ist
Eine vollständige Website kostet bei mir 800 € einmalig, oder 500 € einmalig, wenn die laufende Betreuung für 250 € im Monat dazukommt. Enthalten sind bis zu 6 Unterseiten, Domain und Hosting für 12 Monate, ein Kontaktformular und die technische Suchmaschinen-Grundausstattung. Das sind Endpreise: Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG berechne ich keine Umsatzsteuer.
Das liegt unter dem, was eine Agentur mit Team aufrufen muss, und über dem, was ein Baukasten im ersten Jahr kostet. Der Grund ist keine Sonderleistung: Webagentur Scherzinger ist ein Einzelunternehmen ohne Angestellte, ohne Büromiete in der Innenstadt und ohne Projektleitung, die zwischen Kunde und Umsetzung sitzt. Diese Kosten entstehen nicht und stehen deshalb auch nicht in der Rechnung.
Woran Sie ein Angebot prüfen können
Vier Fragen, die jedes seriöse Angebot ohne Zögern beantwortet.
- Wem gehören Domain, Quellcode und Zugangsdaten nach dem Livegang?
- Was kostet der Betrieb ab dem zweiten Jahr, in Euro?
- Wie viele Korrekturschleifen sind enthalten, und was kostet die nächste?
- Wer schreibt die Texte, und ist das im Preis?