Wie Handwerkskunden suchen
Die typische Suche besteht aus zwei Wörtern: Gewerk und Ort. Dachdecker Lübeck. Heizung Notdienst Travemünde. Elektriker Bad Schwartau. Wer so sucht, hat kein Interesse an einer Unternehmensphilosophie, sondern an drei Auskünften: Machen Sie das? Kommen Sie hierher? Wie erreiche ich Sie jetzt?
Zwei technische Randbedingungen folgen daraus. Erstens bewertet Google die mobile Fassung, nicht die Desktop-Fassung; als gut gilt nach Googles Schwellenwerten für die Core Web Vitals ein Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden. Zweitens muss die Antwort auf die drei Fragen oben stehen, nicht hinter einem Menü.
Der lokale Wettbewerb ist real. Zum 31. Dezember 2025 waren in Deutschland 1.038.126 Betriebe in den Handwerksrollen und Verzeichnissen der Kammern eingetragen, allein im Kammerbezirk Lübeck 21.543. Sichtbar sind davon in einer Ortssuche die ersten paar. Wer nicht darauf warten will, kann Anzeigen schalten; was Google Ads für Handwerker im Monat kosten und was sich daran belegen lässt, steht in Google Ads für Entrümpler und Handwerker.
Was auf die Seite gehört
Die Reihenfolge ist wichtiger als die Vollständigkeit. Was unten steht, wird auf dem Handy nicht gelesen.
- Die Telefonnummer ganz oben, als anklickbarer Anruf-Link. Nicht als Bild, nicht nur im Impressum.
- Die Gewerke einzeln benannt, in den Worten, die Kunden benutzen. „Sanitär, Heizung, Bad“ findet jemand. „Gebäudetechnik aus einer Hand“ findet niemand.
- Das Einzugsgebiet mit echten Ortsnamen. Wer aus Stockelsdorf sucht, will Stockelsdorf lesen, nicht „Umkreis 50 km“.
- Notdienst deutlich gekennzeichnet, mit Zeiten und mit der Nummer, die dann gilt. Wenn es keinen Notdienst gibt, gehört auch das hin.
- Fotos eigener Arbeiten, vorher und nachher. Keine gekauften Bilder von Bädern, die nicht Ihre sind.
- Ein Gesicht und ein Name. Wer angerufen wird, ruft lieber bei jemandem an.
- Anfahrt und Öffnungszeiten, dazu das Google-Unternehmensprofil mit denselben Angaben.
- Bewertungen, wenn es echte gibt. Erfundene Sterne sind wettbewerbswidrig und werden erkannt.
- Eine Seite für offene Stellen und Ausbildungsplätze. In vielen Betrieben bringt die mehr als die Kundenseite.
Was ein Handwerksbetrieb nicht braucht
Das Folgende wird regelmäßig verkauft und ebenso regelmäßig nach einem halben Jahr aufgegeben.
- Ein Blog. Er verlangt regelmäßige Texte. Der letzte Beitrag von vor drei Jahren schadet mehr, als er je genützt hat.
- Ein Newsletter. Wer bestellt einen Newsletter bei seinem Elektriker?
- Ein Chatbot. Er beantwortet die Fragen nicht, die vor einem Auftrag stehen, und er kostet den Anruf, der sonst gekommen wäre.
- Eine Bildergalerie, die sich von selbst weiterdreht. Sie verzögert den Seitenaufbau und wird auf dem Handy weggewischt.
- Stockfotos von lächelnden Menschen mit Bauhelmen. Kunden erkennen sie, und sie sagen nichts über Ihre Arbeit.
Aufbau: eine Seite je Gewerk
Wer drei Gewerke anbietet, braucht drei Seiten, nicht eine Liste. Google bewertet Seiten, nicht Absätze, und eine Seite, die eine Sache vollständig behandelt, wird für diese Sache gefunden. Auf jede dieser Seiten gehören die Leistung, ein Beispiel mit Bild, das Einzugsgebiet und derselbe Weg zur Kontaktaufnahme.
Dasselbe gilt für Orte, aber mit einer klaren Grenze. Eine eigene Seite für einen Nachbarort ist sinnvoll, wenn Sie dort wirklich arbeiten und etwas Ortsbezogenes zu sagen haben. Zwanzig Ortsseiten, in denen nur der Ortsname ausgetauscht wurde, sind das, was Google Doorway-Pages nennt und abwertet. In der deutschen Fassung der Spam-Richtlinien heißen sie Brückenseiten:
„Beim Missbrauch von Brückenseiten werden Websites oder Seiten erstellt, um bei bestimmten, ähnlichen Suchanfragen in den Suchergebnissen zu erscheinen. Sie leiten Nutzer auf Zwischenseiten weiter, die weniger hilfreich als das Endziel sind.“
Quelle: Google Search Central, Spamrichtlinien für die Google Websuche, abgerufen am 24.09.2026
Das Google-Unternehmensprofil
Für einen Betrieb mit Einzugsgebiet ist es oft der wichtigere Eintrag als die Website selbst, weil es in der Kartenansicht erscheint und Anruf und Route direkt anbietet. Es kostet nichts und muss gepflegt werden: Öffnungszeiten, Leistungen, aktuelle Fotos, Antworten auf Bewertungen.
Entscheidend ist, dass Name, Anschrift und Telefonnummer im Profil, auf der Website und in den Verzeichnissen exakt gleich geschrieben sind, bis zur Abkürzung. Abweichende Schreibweisen schwächen die Zuordnung still, ohne dass irgendwo eine Fehlermeldung erscheint.
Zum Stand der Dinge im Handwerk: Nach einer Befragung von 504 Handwerksbetrieben durch Bitkom und den Zentralverband des Deutschen Handwerks hatten schon 2017 95 Prozent der Betriebe eine eigene Website und 89 Prozent waren in Online-Verzeichnissen zu finden. Eine Website zu haben ist also kein Vorsprung mehr. Der Vorsprung liegt darin, dass sie auf dem Handy in Sekunden das liefert, wonach gesucht wurde.
Website und Verzeichniseintrag sind im Handwerk längst Standard
Die Werte als Tabelle
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Betriebe 2017: Mit eigener Website | 95 % |
| Betriebe 2017: In Online-Verzeichnissen zu finden | 89 % |
Was das bei mir kostet
Eine vollständige Website mit bis zu 6 Unterseiten kostet mit Betreuung 500 bis 1.000 € einmalig, je nach Umfang vorher abgesprochen, ohne Betreuung 2.000 €. Die laufende Betreuung kostet 250 € im Monat für die ersten 6 Monate. Für einen Betrieb mit drei Gewerken reicht der Umfang in der Regel aus: Startseite, drei Gewerkseiten, Referenzen, Kontakt.
Der Betrieb sitzt in Lübeck. Das erste Gespräch führen wir am Telefon oder bei Ihnen vor Ort; in der Werkstatt sind Fotos und Referenzen ohnehin am schnellsten geklärt. Hat der Betrieb schon eine Seite, ist die Frage, ob sich das Überarbeiten noch lohnt oder ein Neubau günstiger ist; woran sich das entscheidet, steht in Alte Seite überarbeiten oder neu bauen: Kosten.
Was eine Website für einen Handwerksbetrieb können muss und wie das bei einem gebauten Beispiel aussieht, steht auf der Branchenseite: Websites für Handwerk und Haustechnik