Die vier Wege nebeneinander
Baukasten, WordPress in Eigenregie, WordPress vom Dienstleister und individuelle Entwicklung unterscheiden sich weniger im Ergebnis als in der Frage, wer die Arbeit macht und wem am Ende was gehört. WordPress vom Dienstleister hat in der Tabelle keine eigene Spalte: Technisch gilt die Spalte „WordPress selbst“, nur dass ein Dienstleister Arbeitszeit und Sicherheitspflege übernimmt und dafür bezahlt wird.
Dass WordPress in diesem Vergleich überhaupt neben den Baukästen steht, liegt an seiner Verbreitung. Das Projekt beschreibt sich selbst so:
„Es ist zudem die bevorzugte Plattform für über 43 % aller Websites im Internet.“
Quelle: WordPress.org, Über WordPress (deutsche Fassung), abgerufen am 08.10.2026
Die Zahl ist eine Eigenangabe; die unabhängige Zählung von W3Techs liegt etwas darunter und steht weiter unten im Text. Verbreitung heißt aber nicht, dass es für Ihren Betrieb der richtige Weg ist — es heißt, dass Sie Hilfe finden werden, wenn Sie ihn gehen.
| Baukasten | WordPress selbst | Individuell gebaut | |
|---|---|---|---|
| Kosten | 11 € bis 34 € im Monat | Hosting und Domain, dazu Themes und Erweiterungen | einmalig höher, laufend niedrig |
| Ihre Arbeitszeit | hoch, dauerhaft | hoch, dauerhaft, mit Technikanteil | gering nach dem Livegang |
| Ladezeit | vom Baukasten vorgegeben | hängt an Theme und Erweiterungen | steuerbar |
| Struktur und Auffindbarkeit | im Rahmen des Systems | frei, wenn man sich auskennt | frei |
| Sicherheitspflege | macht der Anbieter | machen Sie | Teil der Betreuung |
| Umzug zu einem anderen Anbieter | Website nicht exportierbar | möglich, Datenbank und Dateien | vollständiger Quellcode bei Ihnen |
Wann der Baukasten die richtige Wahl ist
Für viele Betriebe ist er es. Das ist keine höfliche Floskel vor dem eigenen Verkaufsargument, sondern die Antwort, die ich am Telefon regelmäßig gebe.
- Sie haben Zeit und Lust, sich einzuarbeiten, und wollen Texte und Bilder selbst pflegen.
- Die Seite ist eine Visitenkarte: Sie geben die Adresse weiter, statt über Google gefunden werden zu müssen.
- Der Betrieb steht am Anfang und jeder ausgegebene Euro fehlt woanders.
- Sie wollen etwas ausprobieren, bevor Sie größer investieren. Ein Jahr Baukasten ist eine günstige Art herauszufinden, was Sie wirklich brauchen.
- Sie brauchen die Seite nächste Woche.
Wann er es nicht ist
Die Grenzen zeigen sich nicht am ersten Tag, sondern im zweiten Jahr.
- Wenn die Seite Anfragen bringen soll. Auffindbarkeit ist laufende Arbeit an Struktur und Inhalt, und dabei sind Sie an das gebunden, was das System vorsieht.
- Wenn Ihre Zeit teuer ist. Zwei Stunden Selbstpflege im Monat sind bei einem Handwerker mehr wert als der Preisunterschied.
- Wenn Sie eine Funktion brauchen, die der Baukasten nicht kennt. Dann endet es meist bei einem fremden Werkzeug, das per Einbettung in die Seite gehängt wird, mit eigener Ladezeit und eigenem Datenschutzthema.
- Wenn Sie später wechseln wollen. Der Wechsel ist ein Neubau.
Welcher Weg passt zu Ihnen? Drei Fragen
Den Ablauf als Text
- Soll die Seite Anfragen aus Google bringen?
- Nein:
- Haben Sie Zeit und Lust, die Seite selbst aufzubauen und zu pflegen?
- Ja:
- Baukasten (Tarife 11 € bis 34 € im Monat)
- Nein:
- Individuell gebaut (Ihre Zeit bleibt im Betrieb)
- Ja:
- Haben Sie Zeit und Lust, die Seite selbst aufzubauen und zu pflegen?
- Ja:
- Entstehen regelmäßig neue Inhalte, und spielt jemand die Updates verlässlich ein?
- Ja:
- WordPress (Updates und Sicherungen laufend einplanen)
- Nein:
- Individuell gebaut (Nichts, was Sie nachpflegen müssen)
- Ja:
- Entstehen regelmäßig neue Inhalte, und spielt jemand die Updates verlässlich ein?
- Nein:
WordPress: was es ist, was es kostet, wann es passt
WordPress ist ein Content-Management-System, also eine Software, in der Sie Texte und Bilder über eine Oberfläche pflegen, statt Dateien zu bearbeiten. Es ist Open-Source-Software: Das Projekt schreibt auf wordpress.org selbst „WordPress is open source software.“ und nennt als Lizenz die GPLv2. Nach der laufenden Erhebung von W3Techs wird WordPress von 40,2 Prozent aller Websites eingesetzt und hat einen Anteil von 58,7 Prozent unter den bekannten Content-Management-Systemen (Stand September 2026).
Die Software selbst kostet nichts. Bezahlt werden Hosting, Domain, oft ein Theme, oft mehrere kostenpflichtige Erweiterungen (Plugins) und vor allem Zeit. Das WordPress-Projekt empfiehlt, immer die neueste Version einzusetzen, und schreibt in seinem Härtungsleitfaden, dass ältere Versionen keine Sicherheitsupdates mehr bekommen. Seit Version 3.7 gibt es automatische Updates; Themes und Plugins sollen laut Leitfaden nur aus vertrauenswürdigen Quellen stammen. Pflegeaufwand heißt also: Updates einspielen, Erweiterungen prüfen und Sicherungen anlegen, laufend und nicht einmal.
Sinnvoll ist WordPress in meiner Einschätzung, wenn regelmäßig neue Inhalte entstehen, etwa ein Blog oder viele Unterseiten, wenn mehrere Personen Texte pflegen und wenn jemand die Technik verlässlich betreut, Sie selbst oder ein Dienstleister. Der Vorteil ist echt: Sie besitzen Datenbank und Dateien und können umziehen. Ein Baukasten nimmt Ihnen die Technik ab, bindet Sie aber an den Anbieter. Eine individuell gebaute Seite ohne Content-Management-System hat keine Erweiterungen, die gepflegt werden müssen; dafür laufen Textänderungen bei mir über mich, in der Betreuung oder nach Stunden, und nicht über eine Oberfläche, die Sie selbst bedienen. Wer viel selbst schreiben will, ist mit WordPress oder einem Baukasten besser bedient.
„Older versions of WordPress are not maintained with security updates.“
Quelle: WordPress.org Advanced Administration Handbook, Hardening WordPress, abgerufen am 30.09.2026
Ladezeit und Auffindbarkeit
Google indexiert und bewertet seit 2023 durchgängig die mobile Fassung einer Seite. Als gut gilt nach Googles eigenen Schwellenwerten für die Core Web Vitals ein Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden, ein Interaction to Next Paint von höchstens 200 Millisekunden und ein Cumulative Layout Shift von höchstens 0,1, jeweils gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe.
Baukästen liefern viel mit, was eine einzelne Seite nicht braucht. Das ist der Preis dafür, dass alles ohne Technikwissen zusammenpasst. Bei einer Visitenkartenseite fällt es nicht ins Gewicht; bei einer Seite, die um Sichtbarkeit konkurriert, schon.
Eigentum und Ausstiegskosten
Das ist der Punkt, der in Vergleichen am häufigsten fehlt, und der einzige, der irreversibel ist. Wix schreibt in seinem Hilfe-Center, dass eine mit Wix erstellte Website auf den Servern von Wix gehostet und betrieben werden muss und ein Export zu einem anderen Anbieter deshalb nicht möglich ist. Die Domain können Sie mitnehmen, die Seite nicht.
Eine individuell gebaute Website lässt sich dagegen als Dateien mitnehmen, und die Domain lässt sich übertragen. Bei mir heißt das: Mit der Bezahlung bekommen Sie das ausschließliche Nutzungsrecht an der Website; Domain und Hosting laufen über mein Anbieterkonto, mit dem vertraglichen Anspruch, die Domain jederzeit auf Sie übertragen zu bekommen. Bei einem Baukasten ist der Wechsel ein zweiter Aufbau, mit dem Zeitaufwand des ersten.
Sichern Sie in jedem Fall Ihre Texte und Bilder außerhalb des Systems. Das kostet nichts und ist der Unterschied zwischen einem Umzug und einem Neuanfang.
„Da Wix eine SaaS-Lösung ist, muss deine Website auf den Servern von Wix laufen.“
Quelle: Wix Hilfe-Center, Deine Website von Wix exportieren oder an anderer Stelle einbetten, abgerufen am 24.09.2026
Was ich mache
Ich baue jede Seite von Grund auf, ohne Baukasten und ohne gekauftes Theme. Mit Betreuung kostet eine Website 500 bis 1.000 € einmalig, je nach Umfang vorher abgesprochen, dazu die laufende Betreuung 250 € im Monat für die ersten 6 Monate; ohne Betreuung kostet sie 2.000 €. Enthalten sind bis zu 6 Unterseiten; Domain und Hosting laufen über mein Anbieterkonto.
Wenn nach dem ersten Gespräch klar ist, dass ein Baukasten für Sie die bessere Wahl ist, sage ich das. Eine Website, die jemand kauft, weil er überzeugt wurde, und die dann niemand pflegt, nützt keinem von uns beiden.
Sie haben schon eine Website und wollen nur etwas daran ändern lassen, ohne neu zu bauen? Das mache ich nach Aufwand, 60 € pro Stunde: Website überarbeiten lassen