Welche Posten kehren überhaupt wieder?
Der Bau einer Website ist eine einmalige Ausgabe, ihr Betrieb eine laufende. Wer nur die erste plant, wird von der zweiten überrascht, meist im zweiten Jahr, wenn die erste Domainrechnung ohne Einführungsrabatt kommt.
Die Liste ist kürzer, als sie in Angeboten oft aussieht. Vier Posten fallen wirklich an, ein fünfter nur bei bestimmten Bauweisen, und mehrere häufig verkaufte Posten fallen gar nicht an.
- Die Domain. Eine Jahresgebühr an den Provider, bei dem sie registriert ist. Sie fällt an, solange die Adresse Ihnen gehören soll, auch dann, wenn die Seite selbst woanders liegt.
- Das Hosting. Die monatliche oder jährliche Miete für den Platz, an dem die Seite liegt und von dem aus sie ausgeliefert wird.
- Die Rechtstexte. Impressum und Datenschutzerklärung sind keine Datei, die einmal geschrieben wird: Sie müssen zu dem passen, was die Seite tatsächlich tut, und ändern sich, sobald ein Dienst dazukommt oder wegfällt.
- Die technische Wartung. Alles, was Software mitbringt: Aktualisierungen, Sicherungen, ein Blick darauf, ob die Seite noch erreichbar ist und noch das tut, was sie soll.
- Nur bei manchen Bauweisen: Lizenzen. Ein gekauftes Theme, ein kostenpflichtiges Formular-Erweiterungsmodul, ein Bildarchiv-Abonnement. Diese Posten laufen weiter, auch wenn niemand sie mehr benutzt.
Was kostet die Domain wirklich?
DENIC verwaltet die Registrierung von .de-Domains, verkauft aber nicht an Endkunden. Auf ihrer eigenen Produktseite steht deshalb, dass die Kosten je nach Provider variieren, und als übliche Größenordnung nennt sie für Standarddomains 5 € bis 15 € im Jahr.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens ist eine Domain kein Posten, an dem sich sparen lässt — die Spanne ist zu klein dafür. Zweitens ist ein deutlich höherer Betrag ein Hinweis darauf, dass darin etwas anderes steckt: ein Paket mit Hosting, ein Wunschname, den jemand anderes hält, oder eine Endung, die teurer gehandelt wird als .de.
Der Name selbst gehört Ihnen nur, solange die Gebühr läuft. Wer den Anbieter wechselt, nimmt ihn mit; wer die Zahlung einstellt, verliert ihn, und wieder zurückzubekommen ist er danach oft nicht.
Muss ein Sicherheitszertifikat Geld kosten?
Nein. Let's Encrypt ist eine Zertifizierungsstelle der gemeinnützigen Internet Security Research Group und stellt die Zertifikate kostenlos und automatisiert aus. Praktisch jeder ernstzunehmende Hoster bindet das ein; das Schloss in der Adresszeile entsteht dann von selbst und erneuert sich auch von selbst.
Ein gesondert berechnetes Zertifikat ist deshalb ein Posten, nach dem man fragen sollte. Es gibt Fälle, in denen ein kostenpflichtiges Zertifikat sinnvoll ist, etwa bei einer geprüften Organisationsangabe im Zertifikat. Für den Auftritt eines Handwerksbetriebs oder einer Praxis ist das keiner.
Warum kosten Rechtstexte auch später noch Arbeit?
Weil sie beschreiben, was die Seite tut. § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes verlangt für geschäftsmäßige Online-Angebote unter anderem Name und Anschrift, eine Möglichkeit zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme und, je nach Betrieb, Register- und Aufsichtsangaben. Ändert sich eine dieser Angaben, ändert sich das Impressum.
Die Datenschutzerklärung hängt noch enger an der Technik. Art. 13 der Datenschutz-Grundverordnung knüpft die Informationspflicht an den Zeitpunkt, zu dem personenbezogene Daten bei der betroffenen Person erhoben werden. Wer ein Kontaktformular ergänzt, eine Kartenanzeige einbindet oder ein Auswertungswerkzeug dazunimmt, erhebt andere Daten als vorher — und die Erklärung muss das abbilden.
Was das kostet, hängt davon ab, woher der Text kommt: von einem Anwalt, von einem anwaltlich betriebenen Dienst mit Aktualisierungsabonnement, oder aus einem einmaligen Generator ohne Pflege. Ich nenne hier bewusst keinen Preis und keine Empfehlung. Rechtstexte für Dritte zu erstellen ist Rechtsdienstleistung nach § 2 RDG und einem Nicht-Anwalt untersagt; ich binde sie technisch korrekt ein und liefere die technischen Angaben, die hineingehören.
Wovon hängt der Wartungsaufwand ab?
Fast vollständig von der Bauweise. Eine Seite auf einem verbreiteten Redaktionssystem trägt fremden Programmcode, und der bekommt Sicherheitsaktualisierungen. WordPress verteilt kritische Sicherheitskorrekturen inzwischen automatisch im Hintergrund und weist zugleich darauf hin, dass offiziell nur die jeweils aktuelle Fassung unterstützt wird. Die Erweiterungen daneben aktualisiert niemand von selbst.
Eine Seite ohne solches System hat diesen Posten nicht. Dafür hat sie einen anderen: Wer Inhalte ändern will, braucht jemanden, der es tut, oder eine Oberfläche dafür. Beides ist eine Entscheidung, keine Naturgesetzlichkeit, und sie gehört vor den Bau, nicht danach.
Unabhängig von der Bauweise bleibt ein Rest: Sicherungen, die im Ernstfall auch zurückspielbar sind, eine Prüfung der Erreichbarkeit, und ein Blick darauf, ob Formulare noch ankommen. Ein Kontaktformular, dessen Mails seit Wochen im Leeren landen, meldet sich nicht von selbst.
Welche laufenden Posten sind meist überflüssig?
Nicht jeder Posten auf einer Rechnung ist unbegründet, aber die folgenden begegnen mir regelmäßig, ohne dass ihnen eine Leistung gegenübersteht.
- Ein monatlicher Betrag für „SEO“, hinter dem kein Bericht steht, den jemand lesen und prüfen kann. Ohne nachvollziehbare Arbeit ist das eine Abbuchung, keine Leistung.
- Ein Eintragsdienst für Branchenverzeichnisse. Die Einträge, auf die es ankommt, legt man einmal selbst an; das Google-Unternehmensprofil kostet nichts.
- Ein „Sicherheitspaket“, das aus einer Erweiterung besteht, die es kostenlos gibt.
- Ein Zertifikat, das der Hoster ohnehin kostenlos einbindet.
- Eine Gebühr für die Search Console oder für die Einreichung der Sitemap. Die Search Console ist ein kostenloses Werkzeug von Google, und eine Sitemap einzureichen kostet nichts.
- Eine Bildlizenz für Fotos, die längst durch eigene ersetzt wurden. Solche Abonnements laufen still weiter.
Was kostet der Betrieb bei mir?
Domain und Hosting sind die ersten 12 Monate im Preis der Website enthalten. Danach kosten sie zusammen 110 € im Jahr, wenn keine Betreuung läuft. Das Verschlüsselungszertifikat ist darin enthalten und wird nicht gesondert berechnet.
Wer die laufende Betreuung nimmt, zahlt 250 € im Monat. Darin stecken Hosting und Domain nach Ablauf der ersten 12 Monate, die technische Wartung, 2 Stunden Inhaltspflege im Monat und die laufende Arbeit an der Sichtbarkeit. Die Website selbst kostet dann 500 € einmalig statt 800 €.
Die Rechtstexte sind in keinem der beiden Wege enthalten, und das ist keine Sparmaßnahme, sondern die Rechtslage. Was ich übernehme, ist die technisch korrekte Einbindung.