Rückwärts planen: vom Saisonstart zum Auftrag
Eine Seite, die am ersten Tag der Saison online geht, hilft dem ersten Gast nicht, weil sie ihn noch nicht erreichen kann. Google muss sie erst lesen. Zu den Zeiten, die dabei eine Rolle spielen, sagt Googles Entwicklerdokumentation:
„Das Crawling kann einige Tage oder mehrere Wochen dauern.“
Quelle: Google Search Central, Google um erneutes Crawlen deiner Website bitten, abgerufen am 13.10.2026
Mehr als diese Spanne nennt Google nicht, und wann eine neue Seite für Suchanfragen weit vorn steht, sagt es überhaupt nicht. Ein Zeitplan muss deshalb mit einem Puffer arbeiten, den Sie bei sich selbst festlegen, und mit einer Rechnung, die vom Saisonstart ausgeht: Saisonstart, abzüglich Puffer für Google, abzüglich Bauzeit, abzüglich der Zeit, die Sie für das Material brauchen, ergibt den spätesten Tag für den Auftrag. Die feste Größe in dieser Rechnung ist die Bauzeit; die Tabelle zeigt, woraus sie besteht.
| Schritt | Zeit | Ihr Beitrag |
|---|---|---|
| Material liefern | spätestens 14 Tage nach dem Auftrag | eigene Fotos, Preise, Zeiten, Speisekarte, Logo |
| Konzept und Entwurf | Teil der Bauzeit | Rückmeldung zu den Vorschlägen spätestens 7 Werktage nach Zusendung |
| Umsetzung | Teil der Bauzeit | Rückfragen kurz beantworten |
| Abnahme | Teil der Bauzeit | jede Zahl prüfen: Preise, Zeiten, Telefon |
| Bauzeit insgesamt | 2 bis 4 Tage | Material und Rückmeldungen zügig |
| Danach: Google lernt die Seite kennen | einige Tage oder mehrere Wochen | Profil abgleichen, Sitemap prüfen |
Öffnungszeiten und Saisonzeiten im Google-Profil
Die Zeiten im Profil sind das, was ein Gast am Handy zuerst sieht, und im Sommer oft das Erste, was sich ändert. Google sieht dafür drei Wege vor. Die üblichen Zeiten tragen Sie ein, und zwar ausdrücklich auch die saisonabhängigen:
„Geben Sie die üblichen Öffnungszeiten an. Sie können ggf. auch Ihre aktuellen saisonabhängigen Öffnungszeiten als die normalen Öffnungszeiten angeben. Außerdem lassen sich für bestimmte Tage wie Feiertage oder besondere Anlässe spezielle Öffnungszeiten festlegen.“
Quelle: Google Unternehmensprofil-Hilfe, Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google, abgerufen am 13.10.2026
Für Sonderfälle gibt es den eigenen Hilfeartikel zu speziellen Öffnungszeiten. Er trennt nach der Länge der Pause: Spezielle Zeiten gelten, wenn sich Ihre Geschäftszeiten vorübergehend ändern oder das Geschäft an bis zu sechs aufeinanderfolgenden Tagen geschlossen bleibt. Bleibt es mindestens sieben aufeinanderfolgende Tage oder unbestimmt lange zu, sollten Sie es als vorübergehend geschlossen kennzeichnen. Eine Winterpause von mehreren Wochen fällt demnach unter die zweite Regel. Das ist meine Lesart der Hilfe, eine eigene Anleitung für die Winterpause nennt sie nicht.
Zu den Feiertagen empfiehlt die Hilfe, die Zeiten für gesetzliche Feiertage zu bestätigen, auch wenn sie nicht von den regulären Zeiten abweichen. So sehen Nutzer, dass die Angabe stimmt.
| Situation | Eintrag im Profil | Was die Hilfe dazu sagt |
|---|---|---|
| Hauptsaison mit längeren Zeiten | als normale Öffnungszeiten eintragen | saisonabhängige Zeiten dürfen die normalen sein |
| Feiertag oder Veranstaltung | spezielle Öffnungszeiten für den Tag | die regulären Zeiten bleiben unverändert |
| Kurze Schließung bis sechs Tage | spezielle Öffnungszeiten, geschlossen | gilt für bis zu sechs aufeinanderfolgende Tage |
| Pause ab sieben Tagen oder unbestimmt | als vorübergehend geschlossen kennzeichnen | so empfiehlt es die Hilfe |
Speisekarte, Preise und Zimmer: Was vor dem Start stimmen muss
Die häufigste Panne vor der Saison ist keine technische, sondern eine alte Zahl. Preise vom Vorjahr auf der Seite, andere im Profil, wieder andere auf dem Portal. Gäste vergleichen das, und die Abweichung kostet Vertrauen, bevor irgendjemand angerufen hat.
Gehen Sie vor dem Livegang diese Liste durch und tragen Sie in jede Zeile ein, wer sie pflegt.
- Preise: Zimmer, Wohnungen, Speisen, Leistungen. Dieselbe Zahl auf der Website, im Profil und auf jedem Portal, auf dem Sie stehen.
- Speisekarte: aktuelle Fassung, Gültigkeitsdatum sichtbar. Wie Preise in der Gastronomie angegeben werden, steht im Ratgeber zur Gastronomie, nicht hier.
- Zeiten: Öffnungszeiten, An- und Abreise, Ruhetage, Betriebsferien, auf Website und Profil gleich.
- Anfrageweg: ein Weg, der in der Saison tatsächlich bedient wird, und eine Antwortzeit, die Sie dann auch halten. Nennen Sie keine, die Sie im August nicht halten können.
- Fotos: Aufnahmen aus dem Betrieb von diesem Jahr, nicht vom Umbau von vor drei Saisons.
- Zuständigkeit: Wer ändert nach dem Livegang Preise und Zeiten? Klären Sie das vor dem Auftrag, nicht im Juli.
Wie eine Website für Ihren Betrieb aufgebaut ist und was sie kostet, steht auf der Leistungsseite: Website erstellen lassen
Buchung oder Anfrage: eine Entscheidung vor dem Bau
Vor dem Bau steht eine Frage, die den Aufwand verändert: Soll der Gast online buchen, oder soll er anfragen? Ein Anfrageformular ist einfach, schnell gebaut und passt zu Betrieben, die jede Anfrage persönlich beantworten. Eine Online-Buchung mit Kalender verlangt ein Buchungssystem eines Anbieters, das an die Seite angeschlossen wird; das ist eine eigene Entscheidung mit eigenen Kosten und eigenem Datenschutz, die ich nicht im Vorbeigehen entscheide.
Für Ferienwohnungen kommt das Verhältnis zu den Portalen dazu. Wie sich Direktanfragen gegen Portalgebühren rechnen, steht im Ratgeber zur Ferienwohnung mit den Zahlen der Portale und ihren Quellen. Hier nur die Planungsfolge: Entscheiden Sie den Anfrageweg, bevor ich die Seite entwerfe, weil davon abhängt, wo der Knopf steht und was dahinter passiert.
Und planen Sie die Antwortzeit ein. Ich selbst antworte auf Anfragen 24 Stunden an Werktagen. Für Ihren Betrieb legen Sie fest, was Sie in der Saison einhalten können, regeln vorher eine Vertretung für die Tage, an denen Sie nicht ans Telefon kommen, und schreiben nur das auf die Seite, was Sie auch halten.
Mehrsprachigkeit: eine Erwägung, keine Pflicht
Ob eine zweite Sprache sinnvoll ist, hängt von Ihren Gästen ab, nicht von der Region. Gehen Sie von dem aus, was Sie wissen: Aus welchen Ländern kommen Ihre Buchungen? Wer bereits eine Seite hat, sieht in der Search Console im Leistungsbericht, wenn Sie die Tabelle nach Ländern gruppieren, aus welchen Ländern Menschen in der Google-Suche auf die Website klicken. Googles Hilfe nennt als Gruppierung Suchanfrage, Seite und Land.
Eine zweite Sprache heißt doppelte Pflege: jede Preis- und Zeitänderung zweimal, jeder Text zweimal geprüft. Wer diese Arbeit nicht in der Saison leisten kann, fährt mit einer sauberen deutschen Seite besser als mit einer englischen, die im Juli veraltet. Mehr als die Erwägung kann ich hier nicht geben; Zahlen zu Gästen aus dem Ausland nenne ich nicht, weil ich keine belegte Quelle für Ihre Gemeinde habe.
Wie die Betriebe der Lübecker Bucht im Einzelnen aufgestellt sind, steht auf den Ortsseiten, die unter „Weiterlesen“ verlinkt sind.