Die Reihenfolge: erst Google, dann der Rest
Für die meisten Betriebe vor Ort ist das Google-Unternehmensprofil der Eintrag, der zuerst zählt: Es erscheint in der Suche und in Maps. Alles andere kommt danach, und nicht alles davon lohnt sich für jeden. Die Tabelle zeigt, was die Anbieter am 13. Oktober 2026 selbst zu ihren Angeboten schreiben. Preise und Bedingungen ändern sich; prüfen Sie sie vor dem Anlegen auf der Anbieterseite.
| Dienst | Was der Anbieter schreibt | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Google-Unternehmensprofil | Profil für die Google-Suche und Maps | zuerst anlegen und bestätigen, siehe eigener Ratgeber |
| Apple Business (früher Apple Business Connect) | Standortkarten in Apple Karten; die Angaben der Anbieterseite sprechen von einem kostenlosen Service | Name der Funktion hat sich geändert, Anleitungen älteren Datums passen nicht mehr |
| Bing Places | kostenlose Plattform für Einträge in der Bing-Suche und Bing Maps | Import aus Google möglich |
| Gelbe Seiten | Grundeintrag kostenlos, Starteintrag kostenpflichtig nach einer Testzeit | Testzeit endet automatisch in ein Jahres-Abonnement |
| Das Örtliche | auf der Startseite ein „Kostenfreier Eintragsservice“ | Bedingungen habe ich nicht abrufen können und nenne sie deshalb nicht |
Apple und Bing: die Kartendienste
Apple hat den Dienst für Unternehmenseinträge umbenannt. Auf der deutschen Hilfeseite steht:
„Apple Business Connect heißt jetzt Apple Business“
Quelle: Apple Support, Apple Business Connect: Benutzerhandbuch, abgerufen am 13.10.2026
Nach Apples Ankündigung können Unternehmen dort Standortkarten mit Fotos, Öffnungszeiten und weiteren Angaben einrichten, die in Apple Karten, Safari und Spotlight angezeigt werden. Bestehende Daten werden laut Ankündigung automatisch migriert. Wer einen alten Eintrag hat, sucht ihn also unter dem neuen Namen. Wie viele Kunden darüber finden, lässt sich für einen kleinen Betrieb nicht belegen; Nutzerzahlen für Deutschland habe ich nicht gefunden und nenne deshalb keine.
Bing Places: kostenlos, aber mit Vorbehalt
Bei Microsoft heißt der Dienst Bing Places for Business. Der Konzern beschreibt ihn im Blog zum Neustart der Plattform im Oktober 2025 so:
„Bing Places for Business is a free online platform where businesses can create and manage their listings to appear in Bing search results and Bing Maps, making them more visible to potential customers.“
Quelle: Microsoft Bing Blog, Introducing the New Bing Places for Business (englisch), abgerufen am 13.10.2026
Die Plattform ist von der alten Adresse bingplaces.com auf bing.com/forbusiness umgezogen. Laut Blog lassen sich Einträge aus Google importieren; Name, Öffnungszeiten und Kontaktdaten sollen dabei erhalten bleiben. Der Vorbehalt: Einen Ablauf der Bestätigung beschreibt keine der Seiten, die ich abrufen konnte, ich schildere ihn deshalb nicht.
Gelbe Seiten und Das Örtliche
Bei den klassischen Branchenbüchern ist die Frage nicht, ob der Eintrag existiert, sondern ob er etwas kostet. Die Gelbe Seiten schreiben in ihrer Hilfe:
„Ein kostenloser Grundeintrag bei Gelbe Seiten beinhaltet grundlegende Firmendaten wie die Firmenadresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten.“
Quelle: Gelbe Seiten, Häufige Fragen, abgerufen am 13.10.2026
Der Grundeintrag enthält also die Firmenadresse. Ob das Formular einen Eintrag ohne Straße zulässt, habe ich nicht belegen können. Wer seine Anschrift nicht veröffentlichen will, prüft das vor dem Anlegen im Formular selbst.
Der Starteintrag ist das kostenpflichtige Angebot. Nach der FAQ der Gelbe Seiten bekommt er für drei Monate kostenlos zusätzliche Vorteile wie ein besseres Ranking in der Trefferliste und eine werbefreie Eintragsseite. Danach geht das Paket automatisch in ein Jahres-Abonnement über; wer das nicht will, muss laut FAQ zwei Wochen vor dem Ende des Testzeitraums kündigen. Tragen Sie dieses Datum in den Kalender ein, sobald Sie sich anmelden.
Bei Das Örtliche steht auf der Startseite ein „Kostenfreier Eintragsservice“. Die Unternehmensseiten, die ich über die Suche gefunden habe, waren beim Abruf nicht mehr erreichbar (HTTP-Status 410). Preise und Pflichtangaben kann ich deshalb nicht prüfen und nenne sie nicht.
Gleiche Angaben überall
Der Nutzen der Einträge hängt weniger an der Zahl als an der Übereinstimmung. Name, Anschrift und Telefonnummer, in der Fachsprache NAP, sollten überall gleich geschrieben sein: dieselbe Firmierung, dieselbe Rufnummer, dieselbe Schreibweise des Ortes. Ein Kunde, der in einem Verzeichnis eine alte Nummer findet, ruft die falsche an. Das ist der handfeste Grund. Für die lokale Suche nennt Google als Bedingung:
„Unternehmen mit vollständigen und korrekten Informationen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit in den lokalen Suchergebnissen angezeigt.“
Quelle: Google Unternehmensprofil-Hilfe, Ranking in lokalen Suchergebnissen verbessern, abgerufen am 13.10.2026
Das gilt für das eigene Profil. Dass Google die Angaben aus fremden Verzeichnissen vergleicht, steht dort nicht, und ich behaupte es nicht. Praktisch lohnt sich die Regel trotzdem, weil sich über die Jahre Abweichungen einschleichen. Die häufigsten:
- Firmierung: mit oder ohne Rechtsform, mit oder ohne Inhabername.
- Telefonnummer: mit Vorwahl in einem Eintrag, ohne im anderen, oder noch die alte Nummer.
- Anschrift: „Straße“ ausgeschrieben oder abgekürzt, Hausnummer mit Zusatz, alte Postleitzahl.
- Öffnungszeiten und Kategorie: im einen Eintrag gepflegt, im anderen nie angefasst.
Follow oder nofollow: was ein Link realistisch bringt
Verzeichnisse verlinken auf Ihre Website, und Betriebe fragen oft, ob dieser Link beim Ranking hilft. Google unterscheidet drei Kennzeichnungen für Links, die es nicht ohne Weiteres verfolgen soll: sponsored für bezahlte Links, ugc für Nutzerinhalte, nofollow für den Rest. Dazu schreibt Google:
„Links, die mit diesen rel-Attributen gekennzeichnet sind, folgt Google in der Regel nicht.“
Quelle: Google Search Central, Ausgehende Links für Google eingrenzen, abgerufen am 13.10.2026
Bei meinen eigenen Einträgen ist das gemischt: TechBehemoths und dasauge verlinken ohne nofollow, golocal mit nofollow (geprüft am 8. und 9. Oktober 2026). Beides ist in Ordnung. Der Wert eines Eintrags liegt nach meiner Einschätzung zuerst darin, dass Kunden Sie dort finden und dieselben Angaben sehen, erst danach in einem Link. Zur Bekanntheit schreibt Google für das Profil, sie hänge auch von der Zahl der Websites ab, die auf das Unternehmen verweisen. Wie viel ein einzelner Verzeichnislink dazu beiträgt, ist nicht belegt, und ich verspreche keine Platzierung.
Welche Profile ich selbst führe
Das Beispiel aus der eigenen Praxis: Diese Website nennt als weitere Auftritte der Firma die Profile bei Google, ProvenExpert, Clutch, Sortlist, Trustpilot, TikTok, TechBehemoths, golocal, Facebook und dasauge. Sie stehen im Schema der Website, weil ich jedes davon geprüft habe, bevor ich es aufgenommen habe.
Nicht jedes davon ist ein Verzeichnis: Facebook und TikTok sind soziale Netzwerke, das Google-Profil ist der Kartendienst. Apple, Bing, Gelbe Seiten und Das Örtliche stehen in dieser Liste nicht. Die Liste führt nur Profile, die ich nachweisen kann.
Wie ich Profile, Verzeichniseinträge und die Website zusammen aufsetze, steht auf der Leistungsseite: SEO und GEO für kleine Betriebe
Checkliste für den ersten Durchgang
Mit fertigen Angaben auf dem Tisch kommen Sie zügig durch die Formulare. Die Reihenfolge:
- Eine Textdatei mit Firmenname, Anschrift (oder Einzugsgebiet), Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Website, Öffnungszeiten und Kurzbeschreibung anlegen. Diese Datei ist die einzige Quelle für alle Formulare.
- Das Google-Unternehmensprofil anlegen oder prüfen und bestätigen.
- Bing Places aufrufen und den Google-Eintrag importieren; Daten gegenprüfen.
- Den Eintrag bei Apple Business anlegen oder den alten Eintrag unter dem neuen Namen suchen.
- Bei Gelbe Seiten und Das Örtliche den kostenlosen Eintrag prüfen; bei einer Testzeit sofort die Kündigung für das Ende der Testzeit vormerken.
- Alle Einträge einmal im Quartal gegen die Textdatei abgleichen.