Wovon der Preis einer Überarbeitung abhängt
„Überarbeiten“ heißt bei jeder Anfrage etwas anderes. Die eine Kundin will neue Öffnungszeiten und zwei geänderte Preise, der nächste Betrieb eine neue Unterseite für ein Gewerk, das dazugekommen ist, und der dritte will, dass die Seite endlich auf dem Handy ordentlich aussieht. Das sind drei verschiedene Aufträge mit drei verschiedenen Preisen, und ein Pauschalbetrag für alle drei wäre für zwei davon falsch.
Den Ausschlag geben vier Dinge: was geändert werden soll, auf welchem System die Seite läuft, ob die Zugänge dazu vorhanden sind und ob die Inhalte schon fertig vorliegen. Eine Textänderung in einem sauber gebauten System ist schnell erledigt. Dieselbe Änderung in einer Seite, deren Zugangsdaten niemand mehr kennt, beginnt mit einer Suche beim alten Anbieter.
Deshalb sehe ich mir eine Seite an, bevor ich einen Preis nenne. Wer ohne diesen Blick einen Festpreis zusagt, hat ihn entweder so hoch angesetzt, dass jeder Fall hineinpasst, oder er rechnet später nach.
Was der Markt für die Stunde verlangt
Eine belastbare Durchschnittszahl für „eine Überarbeitung“ gibt es nicht, weil der Begriff zu viel abdeckt. Belegbar ist der Stundensatz, nach dem fast alle abrechnen. Die Tabelle nennt nur Zahlen, die jemand veröffentlicht hat, und daneben, wer.
Die Plattform freelancermap, auf der Selbstständige ihr Profil mit Preis einstellen, zeigt für den Bereich Webdesign einen durchschnittlichen Stundensatz von 70 €. Einzelne Profile liegen deutlich darunter und darüber. Agenturen mit Vertrieb und Projektleitung rechnen meist höher, weil diese Arbeit mitbezahlt wird; eine unabhängige Erhebung ihrer Sätze gibt es in Deutschland nicht.
Die Zahl sagt nur etwas über den Preis einer Stunde, nicht über die Zahl der Stunden. Ein niedriger Satz mit viel Suchzeit kann teurer werden als ein höherer bei jemandem, der das System kennt. Fragen Sie deshalb immer nach der geschätzten Stundenzahl, nicht nur nach dem Satz.
| Wer | Stundensatz | Woher die Zahl stammt |
|---|---|---|
| Freelancer Webdesign | 70 € im Durchschnitt | Profilangaben auf freelancermap |
| Freelancer insgesamt (Deutschland, Österreich, Schweiz) | 103 € im Durchschnitt | Freelancer-Kompass 2026, rund 5.400 Befragte |
| Agentur mit Team | keine unabhängige Erhebung verfügbar | niemand |
| Bei mir | 60 € | meine Preisliste, keine Umsatzsteuer nach § 19 UStG |
Überarbeiten oder neu bauen?
Die ehrliche Grenze liegt dort, wo jede Änderung gegen die alte Seite arbeiten muss. Drei Anzeichen sprechen für einen Neubau: Die Seite ist auf dem Handy kaum bedienbar, das System dahinter bekommt keine Sicherheitsupdates mehr, oder die Seite gehört eigentlich einem Baukasten-Anbieter und lässt sich nicht mitnehmen.
Der erste Punkt wiegt schwerer, als viele denken, denn Google bewertet Seiten nach ihrer Handyfassung. In der Dokumentation zur Mobile-First-Indexierung steht das ohne Einschränkung:
„Google verwendet für die Indexierung und das Ranking die mobile Version des Website-Inhalts, der mit dem Smartphone-Agent gecrawlt wurde.“
Quelle: Google Search Central, Best Practices für mobile Websites und die Mobile-First-Indexierung, abgerufen am 24.09.2026
Was bei einer Überarbeitung oft mitgemacht werden muss
Wer ohnehin an die Seite geht, sollte die Pflichtangaben prüfen lassen. Das Impressum folgt heute aus dem Digitale-Dienste-Gesetz, nicht mehr aus dem Telemediengesetz, und manche älteren Seiten verweisen noch auf das frühere Gesetz. Der Kern der Pflicht steht in § 5 Absatz 1 DDG:
„Diensteanbieter haben für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste folgende Informationen, die leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein müssen, ständig verfügbar zu halten“
Quelle: Digitale-Dienste-Gesetz, § 5 Allgemeine Informationspflichten, abgerufen am 24.09.2026
- Impressum und Datenschutzerklärung erzeuge ich mit einem anerkannten Generator aus Ihren Angaben; Sie geben sie frei. Rechtlich beraten darf ich nicht (§ 2 RDG).
- Ein Kontaktformular, das nicht ankommt, fällt oft erst auf, wenn Anfragen ausbleiben. Es gehört bei jeder Überarbeitung einmal echt abgeschickt.
- Eine Seite, die Google nicht anzeigt, hat meist einen Grund, den die Search Console nennt: eine Sperre aus der Bauphase, eine fehlende Sitemap, ein Duplikat.
Meine Preise und der Ablauf
Was eine Änderung, eine zusätzliche Unterseite oder ein neuer Text bei mir kostet und wie ein kleiner Auftrag ohne Treffen abläuft, steht auf der Seite für kleine Aufträge. Lohnt sich die Überarbeitung nicht, sage ich das vorher und nenne den Neubau mit seinem festen Preis daneben. Die Entscheidung treffen Sie mit beiden Zahlen vor sich, nicht nach der ersten Rechnung.
Preisliste und Ablauf für kleine Aufträge: Website überarbeiten lassen