Die Entscheidung in fünf Prüfpunkten
Ob eine alte Seite überarbeitet oder ersetzt werden sollte, lässt sich meist schon vor dem ersten Angebot eingrenzen. Fünf Fragen genügen, und die meisten können Sie selbst beantworten. Spricht nur einer der Punkte für den Neubau, ist das noch kein Urteil; sprechen drei dafür, wird jede Überarbeitung zum Flicken an einer Stelle, die gleich daneben wieder nachgibt.
| Prüfpunkt | spricht für Überarbeiten | spricht für Neubau |
|---|---|---|
| System und Updates | Updates erscheinen und werden eingespielt | keine Updates mehr, oder seit Jahren keines eingespielt |
| Handy | Seite lässt sich auf dem Handy gut bedienen | Text winzig, Knöpfe zu klein, Seite rutscht seitlich |
| Ladezeit | Seite lädt auch im Mobilfunknetz zügig | lange weiße Seite, springende Elemente |
| Zugänge | Sie haben die Zugänge zu Seite, Hosting und Domain | niemand weiß mehr, wer die Zugänge hat |
| Aufbau | Gliederung passt noch zum Betrieb | Leistungen haben sich geändert, Gliederung passt nicht mehr |
Prüfpunkt System: Gibt es noch Updates?
Viele ältere Seiten laufen auf einem Redaktionssystem oder einem Baukasten, für das irgendwann keine Aktualisierungen mehr erscheinen, oft betrifft es nur eine einzelne Erweiterung, an der aber das Kontaktformular hängt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät für Software allgemein:
„Falls für ein Softwareprodukt keine Updates mehr angeboten werden, prüfen Sie, ob Sie auf ein alternatives Produkt wechseln können.“
Quelle: BSI: Softwareupdates – ein Grundpfeiler der IT-Sicherheit, abgerufen am 13.10.2026
Auf eine Website übertragen heißt das: Eine Seite auf einem System ohne Updates lässt sich zwar noch überarbeiten, aber jede Stunde daran steckt in etwas, das ohnehin ersetzt werden muss. Fragen Sie Ihren bisherigen Anbieter, welches System die Seite nutzt und wann zuletzt aktualisiert wurde. Kann das niemand beantworten, ist das selbst schon eine Antwort.
Prüfpunkt Handy
Öffnen Sie Ihre Seite auf dem eigenen Telefon und versuchen Sie, wie ein Kunde Ihre Nummer zu finden und anzurufen. Wenn Sie dafür vergrößern, seitlich schieben oder suchen müssen, ist das der wichtigste Befund. Für Google ist die Handyfassung inzwischen die maßgebliche:
„Google verwendet für die Indexierung und das Ranking die mobile Version des Website-Inhalts, der mit dem Smartphone-Agent gecrawlt wurde.“
Quelle: Google Search Central: Best Practices für die Mobile-First-Indexierung, abgerufen am 13.10.2026
Eine Seite, die nur am Rechner gut aussieht, nachträglich handytauglich zu machen, ist bei älteren Gestaltungen oft aufwendiger als ein neuer Aufbau, weil Raster, Bilder und Menü auf eine feste Breite gebaut sind. Bei einer Seite, die schon auf dem Handy funktioniert und nur schlecht aussieht, ist die Überarbeitung dagegen meist der richtige Weg.
Prüfpunkt Ladezeit
Die Ladezeit lässt sich ohne Fachwissen messen: Google bietet dafür PageSpeed Insights an, ein kostenloses Werkzeug, in das Sie die Adresse Ihrer Seite eintragen. Google beschreibt die Messwerte dahinter, die Core Web Vitals, und schreibt dazu:
„Wir empfehlen Websiteinhabern, gute Core Web Vitals-Werte anzustreben, um in der Google Suche erfolgreich zu sein und allgemein eine hohe Nutzerfreundlichkeit zu bieten.“
Quelle: Google Search Central: Core Web Vitals und Google-Suchergebnisse, abgerufen am 13.10.2026
Schlechte Werte haben oft schlichte Gründe: Bilder in voller Kameragröße, ein Schieberegler auf der Startseite, eingebundene Dienste, die erst nachladen. Das lässt sich in vielen Fällen überarbeiten. Liegt der Grund im System selbst, weil es bei jedem Aufruf viel mitliefert, was niemand braucht, hilft nur ein anderer Unterbau.
Messen Sie dabei mehr als die Startseite. Oft ist sie die schnellste Seite, weil an ihr zuletzt gearbeitet wurde, während die Leistungsseiten, auf denen Kunden aus der Suche landen, noch die alten Bilder tragen. Ein Messwert ist außerdem eine Momentaufnahme; wiederholen Sie die Messung an einem anderen Tag, bevor Sie daraus eine Entscheidung ableiten.
Prüfpunkt Zugänge und Aufbau
Bevor jemand an einer Seite arbeiten kann, braucht er Zugang: zur Seite selbst, zum Hosting und zur Domain. Bei älteren Seiten liegen diese Zugänge manchmal bei einem früheren Anbieter, der nicht mehr erreichbar ist. Dann geht es zuerst darum, die Domain zu sichern; wie das bei einer .de-Adresse geht, beschreibt der Ratgeber zu Domain und Hosting bei der Agentur.
Der letzte Punkt ist der Aufbau. Hat sich Ihr Betrieb verändert, neue Gewerke, neue Orte, ein anderer Schwerpunkt, dann passt die alte Gliederung oft nicht mehr. Neue Unterseiten in eine alte Gliederung zu hängen, geht eine Weile gut. Irgendwann findet der Kunde die wichtigste Leistung nicht mehr, weil sie im dritten Untermenü steht.
Wenn Sie überarbeiten: in welcher Reihenfolge
Fällt die Entscheidung für die Überarbeitung, lohnt eine feste Reihenfolge, damit das Geld zuerst dort landet, wo Kunden es merken. Ich gehe so vor, und jeder Schritt hat vorher einen genannten Preis:
- Zugänge sichern: Seite, Hosting und Domain, bevor irgendetwas geändert wird.
- Eine Sicherung der bestehenden Seite anlegen, damit jeder Schritt rückgängig gemacht werden kann.
- Kontaktwege prüfen: Telefonnummer antippbar, Formular kommt wirklich an.
- Inhalte auf Stand bringen: Leistungen, Preise, Öffnungszeiten, Orte.
- Bilder verkleinern und unnötige eingebundene Dienste entfernen.
- Erst danach Gestaltung: Farben, Schrift, Abstände.
Wenn Sie neu bauen: was mitkommen muss
Ein Neubau ist keine Gelegenheit, alles wegzuwerfen. Was schon gefunden wird, sollte bleiben oder sauber umziehen: Texte, die in der Search Console Einblendungen haben, Unterseiten, auf die andere Seiten verlinken, gute eigene Fotos. Ändern sich dabei Adressen, braucht jede alte Adresse eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue. Google schreibt dazu in der Anleitung zur Websiteverschiebung:
„Behalte die Weiterleitungen möglichst lange bei, generell mindestens für ein Jahr.“
Quelle: Google Search Central: Websiteverschiebung mit URL-Änderungen, abgerufen am 13.10.2026
Die Einzelheiten, von der Liste der alten Adressen bis zur Adressänderung in der Search Console, stehen im Ratgeber zum Website-Umzug. Für die Entscheidung reicht hier: Ein Neubau mit Weiterleitungen muss nichts verlieren, ein Neubau ohne sie verliert fast sicher etwas. Versprechen kann ich bei beidem keine Platzierung.
Google nennt übrigens den Umbau einer Website als besten Moment, um jemanden für die Suchmaschinenoptimierung hinzuzuziehen, und zwar je früher, desto besser. Das deckt sich mit meiner Erfahrung: Was beim Bau richtig angelegt ist, muss man später nicht reparieren.
Was beides bei mir kostet
Eine Überarbeitung rechne ich nach Aufwand ab, 60 € pro Stunde; eine zusätzliche Unterseite kostet 60 €, ein neu geschriebener Text 60 € je Seite. Auch kleine Aufträge: einfach anfragen, ich nenne den Preis vorher, erst dann fange ich an. Es gibt keine Laufzeit und keinen Monatsbeitrag.
Ein Neubau ist eine neue Website zum festen Preis: Die Website selbst kostet mit Betreuung 500 bis 1.000 € einmalig, je nach Umfang vorher abgesprochen, ohne Betreuung 2.000 € als Festpreis. Ob sich die Überarbeitung lohnt oder der Neubau der bessere Weg ist, sage ich Ihnen nach einem Blick auf die Seite, bevor ich etwas berechne. Was der Markt sonst für eine Stunde Überarbeitung verlangt, steht mit Quellen im Ratgeber zu den Kosten einer Überarbeitung.
Wie eine Überarbeitung bei mir abläuft, steht auf der Leistungsseite: Website-Relaunch und Überarbeitung