Wartung, Pflege, Betreuung: drei Wörter, drei Arbeiten
Wer Angebote für die laufende Arbeit an einer Website vergleicht, liest drei Wörter, die oft durcheinandergehen. Wartung heißt: Die Seite bleibt lauffähig. Pflege heißt: Was auf der Seite steht, bleibt richtig. Betreuung heißt im besten Fall beides und dazu die Arbeit daran, dass die Seite gefunden wird. Ein Preis sagt erst etwas, wenn klar ist, welche der drei Arbeiten darin steckt.
Die Tabelle unten ist meine Einteilung, keine Norm. Sie hilft beim Lesen eines Angebots: Steht dort nur „Wartung“, zahlen Sie dafür, dass nichts kaputtgeht. Das ist nicht wenig, aber es macht die Seite nicht besser.
| Begriff | Was gemacht wird | Woran Sie es im Angebot erkennen |
|---|---|---|
| Wartung | Updates, Sicherungen, Erreichbarkeit, Zertifikat | Liste der technischen Arbeiten, Reaktionszeit bei Störung |
| Pflege | Texte, Preise, Öffnungszeiten, Bilder ändern | ein Kontingent an Stunden oder eine Zahl von Änderungen |
| Betreuung | Wartung und Pflege, dazu Arbeit an der Auffindbarkeit | Google-Profil, Einträge, Bericht mit Zahlen |
Die Technik: Updates und Sicherungen
Jede Website läuft auf Software: auf einem Server, oft auf einem Redaktionssystem, dazu auf Erweiterungen. Für diese Software erscheinen Aktualisierungen, und ein Teil davon schließt Sicherheitslücken. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schreibt in seinen Empfehlungen für Unternehmen:
„Schwachstellen in Büroanwendungen und anderen Programmen sind nach wie vor eines der Haupteinfallstore für Cyber-Angriffe.“
Quelle: BSI: Schritt 2: Schutzmaßnahmen ergreifen (Unternehmen), abgerufen am 13.10.2026
Für eine Website gilt dasselbe. Ein Redaktionssystem mit einem Dutzend Erweiterungen braucht mehr Wartung als eine schlanke, selbst programmierte Seite ohne Erweiterungen; bei der einen sind Updates laufende Arbeit, bei der anderen seltener. Fragen Sie deshalb nicht nur, ob Updates enthalten sind, sondern auch, wer sie einspielt und wer danach prüft, ob die Seite noch so aussieht und funktioniert wie vorher.
Der zweite technische Posten sind Sicherungen. Das BSI empfiehlt in derselben Übersicht, Sicherungskopien anzulegen und sie regelmäßig zu testen. Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist eine Hoffnung. Im Angebot sollte stehen, wie oft gesichert wird, wo die Sicherung liegt und ob Sie selbst an sie herankommen.
Inhalte und Google-Profil aktuell halten
Der Teil der Betreuung, den Kunden am deutlichsten merken, ist die Pflege: ein neuer Preis, geänderte Öffnungszeiten, ein zusätzliches Gewerk, Fotos von einer neuen Baustelle. Das ist keine schwere Arbeit, aber sie bleibt liegen, wenn niemand zuständig ist. Eine Seite mit dem Preis vom vorletzten Jahr kostet Vertrauen beim ersten Anruf.
Dazu gehört das Google-Unternehmensprofil. Dort stehen dieselben Angaben wie auf der Website, und wenn sie auseinanderlaufen, weiß der Kunde nicht, welcher er glauben soll. Google schreibt dazu in der Hilfe zum Unternehmensprofil:
„Unternehmen mit vollständigen und korrekten Informationen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit in den lokalen Suchergebnissen angezeigt.“
Quelle: Google Unternehmensprofil-Hilfe: Ranking in lokalen Suchergebnissen verbessern, abgerufen am 13.10.2026
„Mit größerer Wahrscheinlichkeit“ ist keine Zusage, und so lese ich den Satz auch. Er sagt aber, welche Arbeit sich lohnt: Öffnungszeiten, Leistungen und Bilder an beiden Stellen auf demselben Stand halten. Bewertungen kann eine Betreuung nicht besorgen; um die müssen Sie Ihre Kunden selbst bitten. Eine Betreuung kann es ihnen leichter machen, etwa mit einer eigenen Bewertungsseite und einem QR-Code.
Woran Sie sehen, ob die Arbeit etwas bringt
Arbeit an der Auffindbarkeit ist schwer zu prüfen, und genau deshalb gehört ein Nachweis dazu. Das Werkzeug dafür kostet nichts: Die Search Console ist laut Google ein kostenloser Dienst, mit dem Sie die Präsenz Ihrer Website in den Suchergebnissen beobachten. Lassen Sie sich Zugang geben, auch wenn Sie selten hineinsehen. Sie zeigt, bei welchen Suchanfragen die Seite erscheint und wie oft sie angeklickt wird.
Rechnen Sie dabei mit Geduld. Google schreibt im Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung:
„Generell solltest du einige Wochen warten, um beurteilen zu können, ob deine Arbeit sich positiv auf die Google-Suchergebnisse ausgewirkt hat.“
Quelle: Google Search Central: Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (SEO), abgerufen am 13.10.2026
Ein monatlicher Bericht ist deshalb kein Beiwerk. Darin sollte stehen, was getan wurde und was sich bewegt hat, auch in einem Monat, in dem sich nichts bewegt hat. Wer einen Bericht nur in guten Monaten schickt, berichtet nicht, er wirbt. Eine bestimmte Platzierung kann Ihnen niemand seriös zusagen, auch ich nicht; geschuldet ist die fachgerechte Arbeit.
Was eine Betreuung kosten darf
Eine feste Zahl für den Markt gibt es nicht, weil unter demselben Wort sehr verschiedene Arbeit verkauft wird. Ein Monatspreis lässt sich aber prüfen, indem man ihn zerlegt: Was kosten Hosting und Domain allein, wie viele Stunden Arbeit sind enthalten, und was würden diese Stunden nach dem Stundensatz desselben Anbieters kosten? Bleibt nach dieser Rechnung wenig übrig, ist die Betreuung im Kern ein Hostingvertrag.
Bei mir sieht die Rechnung so aus: In der Betreuung sind bis zu 2 Stunden Inhaltspflege im Monat enthalten. Nach meinem Stundensatz von 60 € wären das im Jahr 1.440 €. Dazu kommen Hosting, Domain, die Pflege des Google-Profils, Einträge in Verzeichnissen und der Bericht. Das ist kein Rabatt, sondern die offene Rechnung.
Diese Fragen helfen beim Vergleich zweier Angebote:
- Wie viele Stunden oder Änderungen im Monat sind enthalten, und was kostet die Stunde darüber hinaus?
- Sind Hosting und Domain im Preis, und auf wessen Namen laufen sie?
- Wie lange bin ich gebunden, und was gilt danach?
- Was steht im monatlichen Bericht, und bekomme ich Zugang zur Search Console?
- Was passiert mit Website, Domain und Zugängen, wenn ich kündige?
Was bei mir enthalten ist und was nicht
Die Betreuung kostet 250 € im Monat, fest für die ersten 6 Monate. Danach sprechen wir den Preis fair neu ab: danach, was Ihnen die Seite wert ist. Bringt sie Ihnen mehr Aufträge, steigt er. Bringt sie das nicht, bleibt er oder sinkt. Oder Sie machen allein weiter, dann übergebe ich Ihnen die Seite.
Eine Zahl für die Zeit nach den ersten Monaten nenne ich bewusst nicht, weil sie davon abhängt, was die Seite Ihnen bringt. Das ist ein Nachteil gegenüber einem Angebot mit fester Zahl für Jahre, und Sie sollten ihn kennen. Dafür steht im Vertrag, wie die Betreuung endet und dass Sie die Seite dann mitnehmen.
| Posten | Mit Betreuung | Ohne Betreuung |
|---|---|---|
| Hosting und Domain | im Preis | 12 Monate ohne weitere Kosten, danach Gespräch oder Übergabe |
| Änderungen an Texten und Bildern | bis zu 2 Stunden im Monat | nach Aufwand, 60 € pro Stunde |
| Google-Unternehmensprofil | laufend gepflegt | eingerichtet |
| Einträge in Verzeichnissen, Bewertungsseite | enthalten | nicht enthalten |
| Technische Wartung und Updates | enthalten | nach Aufwand |
| Bericht | monatlich | keiner |
Was die Betreuung im Einzelnen umfasst, steht auf der Leistungsseite: SEO- und GEO-Betreuung
Kündigung und Übergabe
Die wichtigste Frage an jede Betreuung stellt sich am Ende: Was bleibt Ihnen? Bei einer Domain entscheidet das der Eintrag bei der Registrierungsstelle. Die DENIC, die die .de-Adressen führt, schreibt:
„Als Domaininhaber können Sie Ihren Provider jederzeit wechseln.“
Quelle: DENIC eG: Providerwechsel (AuthInfo-Verfahren), abgerufen am 13.10.2026
Bei mir läuft die Domain während der Betreuung über mein Anbieterkonto, damit ich bei einer Störung sofort eingreifen kann. Was beim Ende gilt, steht im Vertrag; hier die Fassung, die auch in den häufigen Fragen steht:
Die Website bleibt Ihre. Domain und Hosting sind in der Betreuung enthalten. Danach lassen Sie beides zunächst bei mir weiterlaufen, oder ich übertrage die Domain auf Sie oder Ihren neuen Anbieter und übergebe die Dateien der Website; den Preis sprechen wir dann fair neu ab. Die Übertragung selbst berechne ich nicht; einen Umzug, bei dem ich mithelfe, nach Aufwand zu 60 € pro Stunde.
Zugänge, die nur Ihr Projekt betreffen — Google-Unternehmensprofil, Search Console und, sofern gebucht, Google Ads —, bekommen Sie spätestens bei der Abnahme.